Es waren die ersten drei Lebensjahre, in denen Manfred Kopkas Liebe für die stählernen Kolosse entflammte: „ Ganz egal, aus welchem Fenster ich geguckt habe – ich habe immer Züge gesehen“ , erzählt der 63jährige Eisenbahn-Fan.
Die frühe Kindheit erlebte Kopka in einem Haus mitten in einem Wanne-Eickeler Gleisdreieck. „ Das war prägend“ , sagt er. So sehr, dass er sich als Grundschüler manch einen Rüffel einhandelte. „Weil ich verträumt am Bahnübergang stand, Züge beobachtete – und dabei den Schulbus verpasste“ , blickt der pensionierte Knappschafts-Beamte schmunzelnd zurück.
Wohnen mit Gleisblick
Nach Bochum kam Kopka mit seiner Familie im Alter von zehn Jahren. Sein dauerhaftes Zuhause fand er – natürlich – wieder direkt an den Gleisen. Diesmal mit Blick auf den alten Hauptbahnhof. Über die Jahre mauserte sich sein anfänglicher Bahn-Faible zum ernsthaften Hobby. In den frühen 1970er Jahren half er mit, das Eisenbahnmuseum in Dahlhausen aufzubauen. „ Das war auch die Zeit, in der ich in die Eisenbahn-Fotografie eingestiegen bin“ , berichtet Kopka.
Sein Bild-Archiv ist mittlerweile prall gefüllt, umfasst mehrere tausend Dias mit Bahn-Motiven aus aller Welt. Kopka ist weit herum gekommen: Amerika, Alaska, Kanada. Zigmal war er schon mit Zügen in Skandinavien unterwegs, kennt in Deutschland und in der Schweiz jeden Meter Schiene. Hat hunderte Fotos in der Region geschossen.
Spektakuläre Reise
Spürbar wirkt die Begeisterung nach, wenn Kopka von seiner bislang spektakulärsten Tour mit befreundeten Eisenbahnliebhabern berichtet. „ Bei einer China-Reise 1984 zählte ich zu den ersten Touristen überhaupt, die die Lokomotivfabrik in Datong besichtigen konnten“ , erinnert er sich. „ Die Chinesen haben uns damals wohl für Ingenieure gehalten und extra eine fabrikneue, noch unlackierte Lok unter Dampf gesetzt, die wir Probe fahren durften.“
Um sein Dia-Archiv vor dem Verfall zu retten, digitalisiert Kopka derzeit alle Bilder. Eine mühevolle Mission: „ Ich verbringe jetzt mehr Zeit vor dem PC als damals im Beruf.“ Fotos mit regionalem Bezug stellt er regelmäßig ins Nahraum-Onlinearchiv ein. Kopka schwärmt: „ Eine tolle Möglichkeit, ohne großen Aufwand Teile meiner Sammlung öffentlich zu zeigen.“